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Mo, 16.09.2019„Einsatz in der Schule“

links nach rechts zu sehen: Koordinatoren der Kirchenkreise für Notfallseelsorge: Kai Wessels, Michael Trippner, Udo Dreyer, Joachim Prunzel, Christian Jaeger, Michael Kühn, dann vorne von links nach rechts: Friedo Eilts, Referatsleiterin Seelsorge: Julia Neuschwander, Hauptreferentin: Marita Wedi, Referatsleiter PSNV/Malteser Johannes Meyer, Koordinator PSNV/DRK Heinz Dierker und Sprengelbeauftragter für Notfallseelsorge im Sprengel Stade Hans Jürgen Bollmann.

Workshop mit einem Schulseelsorge-Rucksack mit Diakon Friedo Eilts (r.) und der Schulseelsorgerin Kay-Britta Stahl. Fotos: Hans-Christian Roestel

Über 88 Personen begegneten sich beim Zweiten Tag der Notfallseelsorger der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, zu dem die oldenburgische Kirche einlud. Die Teilnehmenden bildeten sich in der Akademie Stapelfeld in Cloppenburg in Vorträgen und Workshops fort zum herausfordernden Thema „Einsatz in der Schule“.
   
Vorbereitet hatten diesen Tag die Leiterin des Referats Seelsorge Pfarrerin Julia Neuschwander gemeinsam mit den Koordinatoren der Kirchenkreise.  Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker grüßte die ehren- und hauptamtlichen Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger, psychosoziale Notfallversorgerinnen und Notfallversorger, Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger und Gäste im Namen der oldenburgischen Kirche, dankte ihnen für Ihren Einsatz und sprach ihnen Gottes Segen für ihren Dienst zu. Der Notfallseelsorgebeauftragte für Notfallseelsorge innerhalb der Konföderation Pfarrer Maic Zielke hob die gute Vernetzung der ökumenischen Notfallseelsorge innerhalb Niedersachsens hervor und hob die Wichtigkeit von qualifizierender Ausbildung hervor, wie sie in der oldenburgischen Kirche für Haupt- und Ehrenamt in der Notfallseelsorge gegeben ist.
   
Eine Besonderheit des Tages bildete als übergreifendes Thema die Vielzahl und Verschiedenheit der Akteurinnen und Akteure im System Schule, die als  Schulseelsorge, psychosoziale Notfallversorgung/Notfallseelsorge und weiteren Akteurinnen und Akteure bei einem solchen Einsatz aktiv werden. Vernetzung und Abstimmung, ja, Leitung ist in einer solchen Lage besonders wichtig, das wurde immer deutlicher, in der Koordination der unterstützenden Hilfsnetzwerke vor Ort.
   
Als besonders typisch für die Kriseninterventionsteams und Notfallseelsorgeteams auf dem Boden der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ist grundsätzlich die gute Kooperation von Notfallseelsorge und Psychosozialer Notfallversorgung von DRK, Maltesern und Johannitern zu benennen. Dies betonten Heinz Dierker, Landesfachberater und Koordinator PSNV (DKR Kreisverband Cloppenburg e.V.) und Johannes Meyer, Referatsleiter PSNV im Offizialatsbezirk Oldenburg (Malteser Hilfsdienst e.V. ) in ihren Grußworten. Dazu kommt beim Einsatz in der Schule die Schulseelsorge und gegebenenfalls auch die Zusammenarbeit mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. Die Lehrerinnen und Schulseelsorgerinnen Meike Hobbensiefken und Elisabeth Wurz stellten anhand einer Handreichung zum Umgang mit Tod und Trauer in ihrer Schule in der BBS Museumsdorf in Cloppenburg vor Augen, wie wichtig Strukturen und Vorbereitung auf einen solch Chaos stiftenden Fall ist und wie gut Schulungen und vorbereitetes Informations- und sonstiges Material im konkreten Fall greifen.
   
Hauptreferentin Marita Wedi (Systemische Therapeutin/Traumatherapeutin) referierte sehr differenziert und gleichzeitig praxisnah zum Thema „Elterncoaching“ nach einem schwerwiegenden Ereignis, von dem Kinder und Jugendliche im Schulkontext betroffen sind. Nachdem sie grundlegende Punkte der Bindungstheorie von John Bowlby darstellte, gab sie die klare Empfehlung, dass das Beste, was Kinder nach einem schwerwiegenden Ereignis, bekommen können, grundsätzlich die schnelle Anwesenheit ihrer Eltern ist. Dafür können unterstützende Systeme vor Ort sorgen, soweit möglich, dass Eltern und Kinder zusammen finden. Weitere konkrete Handlungsanweisungen für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, sowie ihrer Eltern führte Marita Wedi für ihre Zuhörerinnen und Zuhörer so genau und sehr einleuchtend aus, so dass sich Notfallseelsorge/Psychosoziale Notfallversorgung mit diesen Maßnahmen vor Ort gut aufgestellt fühlen, Sicherheit ausstrahlen und somit unterstützend wirken können.
   
Alle unterstützenden Maßnahmen der Eltern im Elterncoaching haben somit letztendlich das Ziel, dass Eltern ihren Kindern einen guten, sicheren Ort der gemeinsamen Bewältigung des Erlebten zu schaffen. Ein geregelter Alltag gibt Halt. Unterstützungssysteme wie Beratungsstellen können Eltern betroffener Kinder unterstützend in Anspruch nehmen, um wiederum ihren Kindern in den ersten vier bis sechs Wochen der inneren Bewältigung ein guter Halt und eine gute Unterstützung sein zu können.
   
Die fünf Musikerinnen und Musiker im Bläserensemble um Gabriele Lerch-Loebbeke fanden sehr stimmig mal verhaltene und mal hoffnungsvoll-schwungvolle Töne im Festakt und bei der Andacht in der Kapelle zur Rahmung dieses anspruchsvollen Themas.
 


Hinweis zur inhaltlichen Verantwortung

Inhaltlich verantwortlich für die hier angezeigten Meldungen ist die Pressestelle der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Bei Hinweisen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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